Dieser Januar brachte wahrlich ein Wechsel der Gefühle. Eine erste Tasse Kaffee bei frühlingshaften Temperaturen mit Blick in blaue Himmel. Klirrenden Frost bis alle Kübel und Töpfe tiefgefroren. Amselgezeter und ein erstes Brüten. Leuchtend weißer Schnee und warmes Licht am Abend bis tief in das Herz hinein. Von – 8 bis + 14 Grad alles dabei. Ich bin mehr als neugierig, was wohl alles überlebt hat. Die Natur hat wieder einmal aufgeräumt und mir bleibt nur das große Staunen.
Ich könnte nun lang und breit darüber philosophieren, was alles so Schönes in Topf und Kübel möglich ist, um uns den Frühling im wahrsten Sinne des Wortes einzuläuten. Lassen wir doch lieber die Bilder sprechen und lauschen dem Klang der Blüten. Hört ihr ihn?
Magie kommt von innen. Sie ist ein tiefer Seelenschatz. Sie bereichtert unglaublich und heilt uns, wenn man sie noch sehen und fühlen kann. Viele schauen in die Weite, um das große Glück zu finden. Dabei ist es oft auf kleinstem Raum und direkt im Hier und Jetzt. Du musst es nur sehen!
Wir wünschen uns ja alle, dass alles gut wird, sich alles richtet, alles seinen Weg findet... Doch es gibt diese Zeiten, da weiß man einfach nicht weiter. Leben ist Wandel und tut manchmal sehr weh. In diesen Momenten habe ich Kraft in meinem Garten gefunden. Raus gegen, innehalten, all die Schönheit wahr nehmen und erkennen... Ohne den Schatten gäbe es das Licht doch gar nicht. Es ist, als ob man sich an einen Baum lehnt, die Blätter rauschen und erst durch das schattige Laubdach öffnet...
Wir haben hier in Unterfranken ja sehr selten Schnee und Eis und viele meinen dann, die Welt geht unter. Für mich bedeutet des: Schnell raus, um all die Schönheit einzufangen, die oft nur eine Stunde hält.
Am Himmel sehen wir den Wandel.
Zuerst einmal. Warum so lange Pause hier im BLOG? "Leben ist das was passiert, während wir Pläne machen". Und manchmal verplant das Leben uns völlig. Zwar war ich all die Zeit auch auf Facebook tätig.Gebe mein Wissen hier in Gruppen weiter. Doch nun nehme ich mir die Muße und die Freude und berichte auch hier ausführlich wieder hier.
Schwere Zeiten sind vorüber. Wir haben beide unsere Väter verloren. Haben Sie - in diesen oft auch leisen Coronazeiten - bis an ihr Loslassen begleitet. Unsere Herzen haben tief gespürt, was es wirklich bedeutet, gehen zu müssen. Behütet, gelehrt und auch geheilt hat mich unser Garten. Auch mein Mann genießt ihn - still, wie es Männer eben tun. Auf seine eigene Weise. Die Natur lehrt uns, es kommt alles wieder. Vieles oft noch deutlich schöner. Nur manches eben nicht. Doch dies gehört...
Nachdem ich in den vergangenen Jahren immer wieder erstaunt war, wie sehr sich doch Wildkräuter hier oben wohlfühlen, habe ich dieses Jahr bewusst mal draufgeschaut und viele durfte gedeihen, wie sie es wollten. Natürlich nur, wenn es der Dachhaut nicht schadet. Bei Tiefwurzlern, die sich mehr als wohl hier oben fühlen, sich gerne auch auf der Attika aussiedeln, muss ich regelmäßig schauen und pflanze diese dann doch lieber in die Mitte des Gartens und verschenke zahlreiche Ableger.
Seit vielen Jahren erlaube ich meinen Pflanzen sich selbst ihren Platz zu suchen und viele der Kräuter und Wildblumen danken es mir mit verwildern. Sie bilden jedes Jahr neue Garten(t)räume, wiegen und duften sanft im Wind, erreichen Höhen, die mich erstaunen lassen und blühen außergewöhnlich lang. Ihre Blüten und Blätter schenken uns Tee und Gesundheit in der Kräuterküche. Im kommenden Jahr kommt neben Pflaume, Himbeere, Erdebeere und Co noch mehr Gemüse mit hier rauf. Dann bekommen...